Warum gehen deine Kinder nicht in den Kindergarten?

Ihr kennt mich ja. Mindestens 7 Jahre sind wir schon kindergartenfrei und auch krippenfrei. Wer uns noch nicht kennt, weiß nun bescheid. Wir halten einen Kindergarten für absolut überflüssig, sofern man genügend Ressourcen zur Verfügung hat, seine Kinder auch zu Hause behalten zu können.

Das Hauptproblem

Was ist eigentlich das Hauptproblem, wenn es um kindergartenfrei geht? Alle, aber auch wirklich alle antworten, sie können es sich nicht leisten. Es geht also wie bei so vielem hauptsächlich erst einmal ums Geld. Das darf so nicht sein! Es kann einfach nicht sein, dass wir gezwungen sind, unsere Kinder in Institutionen abzugeben, nur weil wir es uns nicht leisten können.

Die Zeit ist wertvoll, absolut kostbar und kommt niemals wieder zurück. Wenn ich wüsste, meine Kinder würden ihre ersten Schritte mit einer mir fremden Person machen, die ersten Zähne werden von einer Erzieherin entdeckt oder das erste Wort wird ohne mich gesprochen. Das würde mich wahnsinnig und traurig zugleich machen. Ist es nicht das, was die Zeit mit unseren Kindern so wunderbar macht? Dass wir unseren MiniMe’s beim Wachsen und lernen zusehen können, wie jeden Tag etwas Neues dazukommt und mit welcher Freude sie am Leben teilhaben? Das ist so wunderschön und wir alle sollten die Möglichkeit haben, so am Leben unserer Kinder teilhaben zu können.

Es kommt auf deine Prioritäten an!

So sehe ich das. Ich habe und hatte noch nie übermäßig viel Geld. Es gab auch Zeiten, da habe ich alles und jeden verflucht. Doch ich hatte meinen Sohn (und jetzt auch meine Tochter) immer bei mir. Nicht im Traum wäre mir eingefallen, arbeiten zu gehen, um meine Kinder abschieben zu können (bezogen auf die Kosten eines KiGa’s). Nicht, dass ich nicht arbeiten will, doch die Arbeit mit meinen Kindern ist die schönste und die am besten bezahlte. Wenn ich all die Glückseligkeit in den Gesichtern meiner Kinder sehe, möchte ich mit nichts und niemandem tauschen. Warum sollte ich also Geld verdienen gehen, weil man das so macht und meine Kinder weggeben, wo ich das gar nicht will?

Ich verstehe jede Mama, die gerne arbeiten möchte und der Kindergarten kann auch etwas Tolles sein! Wenn es mit allen Werten zu vereinbaren ist und die Mama ihren Job mit Leidenschaft ausübt und alle glücklich sind, sehe ich da kein Problem. Nur, dass nicht jede Mama so denkt.

Ich bin keine Übermutter

Ganz bestimmt nicht. Ich bin wohl die Letzte, die man so nennen könnte. Ich liebe meine Kinder einfach nur unendlich. Das tun wir sicher alle, doch ich gehe einen Schritt weiter, lasse die Gesellschaft Gesellschaft sein und mache unser eigenes Ding. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen und auch nicht bequatschen. Ich höre auf mein Herz, meinen Verstand und zu aller erst auf meine Kinder.

Ich will glückliche, zufriedene und gesunde Kinder. Ich will meine Kinder nicht pathologisieren lassen, nur weil sie nicht systemkonform sind. Ich will Kinder, die niemals in Form gepresst werden, sie sollen sein dürfen wie und wer sie sind. Frei und unbändig. Wild und wunderbar.

Dann passen sie niemals ins System!

Müssen sie das? Es gibt tausend verschiedene Wege sein Leben auf der Erde zu führen. Die Gesellschaft kennt nur einen. Rechts und links gibt es nicht, oben und unten erst recht nicht. Jetzt stellt euch einmal vor, wie verwirrt manche sind, wenn es kreuz und quer geht. Wo ist das Problem, wenn man sein Leben anders gestalten will? Muss ich meine Kinder in den Kindergarten schicken, nur um ihnen zu zeigen, was sie verpassen könnten?

Einmal anders herum gefragt. Was würden sie alles verpassen, wenn sie in den Kindergarten gehen? Die Frage ist ebenso unnötig wie die andere. Jeder macht es so, wie es sich gut anfühlt. Ich finde es schade, wenn man nur in eine Richtung denkt und das von allen anderen ebenso erwartet. Wer glücklich ist, dem gönne ich das aus tiefstem Herzen, ganz ehrlich. Dann kann man doch andere auch so lassen, wie sie sind, oder?

Und wenn mein Kind nicht möchte, ist das eben so. Wir haben es (leider) ausprobiert und bereuen das noch immer sehr. Mein Sohn war knappe (ich glaube) 2 Monate im Kindergarten und es war eine sehr unschöne Erfahrung. Ich habe gegen unsere Intuition gehandelt und auf andere gehört, weil man es eben so macht. Was für ein Fehler! Noch immer versteht mein jetzt 7 Jahre alter Sohn nicht, warum das sein musste.

Mein Sohn ist sensibel

Mein Sohn ist sensibel, feinfühlig und sehr aufmerksam. Ihm entgeht nichts. Ob es sich dabei um Gefühle oder ein gesprochenes Wort handelt, ist egal. Er kann dahinterschauen und das macht es für ihn in einer großen Gruppe Menschen schwer, Anschluss zu finden. Erst recht, wenn es viele laute kleine Menschlein sind, die aufgeregt hin und her rennen. Warum soll ich ihm das also antun, wenn er sich deutlich dagegen ausspricht? Und damit ist er nicht der Einzige. Gerade Kinder sind sehr empfänglich für vieles, doch stumpfen auch leicht ab, wenn sie keinen Ausweg sehen. Wir müssen anfangen, Eltern zu unterstützen, die sich mit Freude den ganzen Tag um ihre eigenen Kinder kümmern.

Wir sind nicht dogmatisch, wir achten nur sehr auf unsere Kinder. Wir sind immer im Gespräch, diskutieren, reden, versuchen alles im Auge zu behalten, was bei den Kindern gerade los ist. Für uns ist das sehr wichtig, um ihnen alles Wichtige und Nötige mit auf den Weg zu geben. Egal, um was es sich dabei handelt.

Deshalb gehen unsere Kinder nicht in den Kindergarten.

Habt ein schönes Wochenende, Nadine

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