Sicherheit im Wohnmobil | Freistehen | Angst | Verhaltensregeln

Sicherheit im Wohnmobil. Als wir das erste Mal frei gestanden haben, hatte ich (aber auch nur ich) wirklich große Angst, uns könnte etwas zustoßen! Vor allem wegen der Kinder habe ich mir große Sorgen gemacht. Jedes Jahr auf’s Neue liest man von Einbrüchen, Gasattacken oder es verschwinden ganze Wohnmobile – und alles oftmals mitten am Tag. Das schürt die Angst natürlich ungemein und lässt die Kassen der gängigen Campingausstatter klingeln.

Sicherheit im Wohnmobil

Doch wie schaut es in der Realität aus? Ist es tatsächlich so gefährlich frei zu stehen? Sind so viele Diebe und Verbrecher unterwegs, welche unsere Horrorvisionen wahrmachen? Ist die Sorge berechtigt und kann man so überhaupt ruhig schlafen?

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Das Geschäft mit der Angst!

Das Geschäft mit der Angst ist äußerst profitabel. Schaut man sich den Umsatz an, den wir jährlich aufgrund unseres Sicherheitsbedürfnisses generieren, wird einem schwindelig. So viele Überfälle und Verbrechen (auch an Wohnmobilisten) kann es gar nicht geben. Der Punkt ist, dass die schlimmsten Geschichten und Erlebnisse zusammengetragen und richtig schön breit getreten werden. Katastrophenmeldungen und schockierende Ereignisse verkaufen sich einfach verdammt gut.

Im letzten Jahr waren wir bei einem Wohnmobilausstatter in unserer Region mit dem Ziel, uns eine Gasalarmanlage zuzulegen. Bevor wir etwas kaufen informieren wir uns natürlich ausführlich und haben in diesem Fall mit dem Verkäufer gesprochen. Der gute Herr hat uns sogleich eine nette Geschichte erzählt und auf die Frage hin, ob so etwas öfter passiere, meinte er: Ja! Auf jeden Fall. Sascha hat sich davon eher weniger beeindrucken lassen, doch ich hatte gleich fürchterliche Bilder im Kopf und hätte am liebsten alles abgeblasen.

Wieder „zu Hause“ im Wohnmobil musste ich mich sogleich informieren und bin – ganz klar – auf fürchterliche Geschichten gestoßen.Doch bei näherem Hinsehen wird schnell deutlich, dass hier nicht mehr oder weniger passiert als in anderen Bereichen auch. Es werden vermutlich mehr Autos geklaut und Wohnungen aufgebrochen, als Wohnmobile geknackt. Trotzdem ist mir die Sicherheit im Wohnmobil sehr wichtig.

Der Mensch hat ein großes Sicherheitsbedürfnis und das wird ausgenutzt wo es nur möglich ist. Bringt man ein Produkt mit einem Gefühl in Verbindung (möglichst sinnvoll), steigert das den Umsatz ungemein – gerade bei der Angst. Angst ist eines unserer Grundemotionen und im Gegensatz zur Furcht, welche auf eine äußere Gefahr ausgerichtet ist, gilt die Angst als unbestimmt. Wir haben Angst vor dem Unbekannten, vor dem was kommt, kommen könnte oder niemals stattfindet. Die Angst vor dem ausgesetzt sein in der Welt. Im Wohnmobil leben wir ohne schützende Mauern, ohne Zaun oder sonstigen äußere Schutzmaßnahmen (einmal abgesehen vom Mobil selbst), was anfangs ganz schön furchteinflössend sein kann.

Doch ist die Angst in den allermeisten Fällen völlig unbegründet! Hält man sich an ein paar wenige Regeln, kann man sein Leben oder den Urlaub im Wohnmobil unbeschwert genießen.

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Wie kann man das Sicherheitsgefühl steigern?

ohne dabei tief in die Tasche greifen zu müssen? Es gibt ein paar Verhaltensregeln die man einfach beachten sollte. Absolut sicher ist man niemals, nirgendwo, an keinem Ort der Welt. Es kann immer etwas passieren, so viel steht fest. Doch man kann einiges dafür tun, damit man zumindest das Gefühl hat, sicher zu sein. Ob es nun so ist oder nicht, sei einmal dahingestellt. Mir helfen bestimme Maßnahmen, mich sicherer zu fühlen. Wobei ich sagen muss, dass meine Angst eher den Kindern gilt, als mir selbst.

Verhaltensregeln:

  • Erste Regel: niemals, wirklich niemals! auf einer Autobahnraststätte übernachten! Das gilt auch für Parkplätze, die sich direkt an einer stark befahrenen Straße befinden. Hier spielt man den kriminellen Energien direkt in die Hände. Hier können sich die Diebe austoben, ohne ein großes Risiko einzugehen. Schließlich kann man den Rastplatz direkt anfahren, den Überfall kurz und schmerzlos hinter sich bringen und sogleich wieder abhauen. Perfekt! Hier spielen sich oben genannte Geschichten hauptsächlich ab und diese Gefahr sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Besser ein paar Kilometer von der Autobahn entfernt einen Schlafplatz suchen – das geht auch mal in einem ruhigen Wohngebiet, solange man sich unauffällig verhält.
  • Den Übernachtungsort bei Tageslicht ansehen, wenn gerade kein offizieller Stellplatz in der Nähe ist. Gerade in Spanien standen wir auf einigen Plätzen, die mir persönlich sehr unheimlich waren. Wir haben öfter einmal den Fehler gemacht und sind des Nachts am Stellplatz unserer Wahl angekommen (meist Plätze zum Freistehen) und wurden dabei von furchteinflössenden Schildern empfangen, welche deutlich gemacht haben, dass hier öfter Überfälle stattfinden. Dann in der Nacht noch nach einem neuen Platz zu suchen macht wirklich schlechte Laune – vor allem wenn die Kinder eigentlich schlafen wollen. Hier gilt: Fühlt man sich bei Tageslicht nicht wohl, wird es in der Nacht nicht besser. Schlechte Plätze auf die Schnelle bei der Durchreise sind Ort in Bahnhofsnähe, Plätze neben einer Kneipenmeile, Sportplätze, große Stadtparkplätze oder auch Picknickplätze der Gemeinden, an denen sich Abends die Jugend trifft. Gute Erfahrungen haben wir mit dem Stehen an Friedhöfen (am Wochenende etwas voller), Freibädern (im Sommer eher schlecht) und Schulen (am Wochenende wenig los!) gemacht.
  • Um die Lage besser einschätzen zu können, informieren wir uns vorab über die jeweiligen Gegebenheiten im angepeilten Land. In Frankreich z. B. kommt es im südlichen Teil des Öfteren zu Überfällen auf Wohnmobile. Hier sind wir dann einfach besonders vorsichtig und gehen kein Risiko ein. Gute und halbwegs sichere Plätze sind dann etwas schwieriger zu finden, doch soviel Zeit muss sein. Auch bleibt oft einer von uns im Wohnmobil, während der andere einkauft oder ähnliches. Wir lassen das Wohnmobil in dem Fall niemals alleine.
  • Wollen wir eine Stadtbesichtigung machen, lassen wir unser Wohnmobil auf einem echten Wohnmobilstellplatz stehen. In einer Stadt die sicherste Methode, denn selbst die bewachten Parkplätze bieten keine Sicherheit mehr. Hier findet man meist andere Wohnmobilisten (die gut und gerne ein Auge auf das Mobil haben) und fühlt sich einfach sicherer, wenn man das Wohnmobil alleine stehen lässt.
  • Alles Wichtige immer griffbereit lagern. Gerade in der Nacht sollte das Mobil auf jeden Fall abfahrbereit sein, sodass man sich im Falle eines Falles zügig aus dem Staub machen kann. Am Tag ebenfalls alles Wichtige immer mit sich führen! Oder aber in einem fest verbauten Safe verstauen. Dieser sollte so verbaut sein, dass man ihn nicht so leicht mitnehmen kann (mit der Karosserie verbinden, festschweißen, wie auch immer). Echte Diebe knacken keinen Tresor, sie nehmen ihn einfach mit.
  • Von wichtigen Papieren am besten Kopien machen und getrennt aufbewahren, oder/und aber auch bei Google/einer Cloud hinterlegen, sodass man die Papiere im Notfall (sollte das komplette Mobil gestohlen werden) noch einmal ausdrucken kann. Hierzu gehören Ausweispapiere, Führerschein, Fahrzeugschein, Versicherungsnachweise und alle wichtigen Telefonnummern. Gerade im Süden arbeiten die Behörden anders und hier ist es einfacher, wenn man Zugriff auf die Papiere hat.
  • Eigentlich ganz klar, doch der Vollständigkeit wegen erwähnen wir es trotzdem. Alle Fenster, Türen und was sonst noch wichtig ist in der Nacht oder beim Verlassen des Wohnmobils unbedingt fest verschließen, abmontieren oder verstauen. Wie oben genannt gegebenenfalls im Safe unterbringen.
  • Beim Einkaufen oder bei anderen Erledigungen um die man nicht herumkommt, ist es am besten, wenn immer einer im Fahrzeug bleibt. Gerade im Süden sind die großen Parkplätze der Supermärkte unter gewissen Personengruppen sehr beliebt.
  • Was uns (bzw. hauptsächlich mich) immer wieder beruhigt ist, wenn wir Nachbarn haben. Sascha mag das nicht ganz so gerne, doch wenn es darum geht, dass wir unser Wohnmobil alleine lassen wollen, fühle ich mich wohler. Ich stelle dann einfach ganz freundlich den Kontakt her und habe so ein besseres Gefühl beim Verlassen des Fahrzeugs.
  • Grundsätzlich gilt: Immer, immer, immer, wenn man das Wohnmobil verlässt alles sicher verstauen, verschließen und wegräumen. Selbst wenn es nur 5 Minuten zur nächsten Bank sind. Diebe arbeiten schnell und effizient. Besteht auch nur die geringste Chance etwas wertvolles abzugreifen wird diese genutzt. Also vor allem im sichtbaren Bereich alle Wertgegenstände wegräumen. Ein teures Navigationsgerät/Autoradio im Fahrerhaus kann bereits einen Anreiz darstellen. Denn wenn wir dies nicht sicher verstaut haben, haben wir womöglich noch mehr Wertgegenstände achtlos im Fahrzeug rumliegen.
  • Sicherheit zum Kaufen: Was wir haben sind Alarmanlagen an Fenster und Türen, die wir in der Nacht anschalten, oder auch am Tag, wenn wir das Mobil verlassen und eine Gasalarmanlage für allerlei Gase (schlägt leider auch beim Putzen an). Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit sein Mobil mit folgenden Sicherheitsprodukten auszustatten: Beliebt ist der berühmte Knackerschreck. Vorneweg: wir besitzen keinen, doch bei näherem Hinsehen, ist dies vielleicht eine sinnvolle Maßnahme zur Abschreckung. Dann wäre da noch eine Lenkradsperre, Zusatzschlösser, elektronische Hunde, Bewegungsmelder, GPS-Tracker, Wohnmobil-Komplett-Pakete (besondere Alarmanlage), Park- bzw. Radkrallen, Kupplungsschloss, Tresor und zu guter Letzt der echte Hund, der wohl den besten Schutz bietet.

Gasmelder 3 Gasalarm LPG, Kohlenmonoxid, Narkose- oder K.-o.-Gase

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Das waren unsere Anregungen und Überlegungen zur Sicherheit im Wohnmobil. Wie gesagt kann man nie ganz sicher gehen, doch mit genügend Vorsicht und Aufmerksamkeit, kann man die Zeit im Wohnmobil trotz allem unbeschwert genießen. Wir sind offen für Anregungen und Hinweise, lasst uns also einen Kommentar da, wie ihr darüber denkt und welche Sicherheitsmaßnahmen ihr verwendet.

Hier noch unser Youtube Video zur Sicherheit im Wohnmobil

Gute Reise wünscht wildfamilylife.de

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