Phnom Penh – eine Stadt zwischen Abgrund und Moderne

Phnom Penh – eine Stadt zwischen Abgrund und Moderne

Phnom Penh war ein ganz besonderes Erlebnis. Wir waren ein wenig skeptisch und wollten nicht so recht dorthin, jedoch haben wir uns zum Glück doch dafür entschieden. So viele Kontraste findet man nicht in jeder Großstadt. Phnom Penh ist da etwas ganz besonderes. Besonders die hohe Kriminalitätsrate hält viele Menschen davon ab, die Stadt zu besuchen, ganz zu schweigen von einem Besuch mit Kindern.

kambodscha mit kindern

Mit dem Bus von Siem Reap

Es verkehren viele Busunternehmen zwischen den beiden Städten, jedoch haben wir uns für das bekannteste Unternehmen Giant Ibis entschieden. Nicht nur, weil die Busse modern ausgestattet sind und sogar über funktionierendes WLAN verfügen, sondern auch, weil die restlichen Busse nicht besonders komfortabel aussehen. Für das Ticket haben wir, wie wir zu spät herausgefunden hatten, leider zu viel bezahlt. Pro Person waren es 15$, wir hätten uns 6$ pro Person sparen können, wenn wir den Bus auf eigene Faust gebucht hätten, statt über das Hotel. Aber hinterher ist man bekanntlich ja immer schlauer! Trotzdem war die Fahrt an sich völlig in Ordnung. Es gab regelmäßige Pausen, aber nur an Raststätten, die auf Touristen eingestellt sind. Und so sind auch die Preise um einiges höher als normal. Zum Glück hatten wir eigene Verpflegung dabei, konnten so während der Fahrt essen und die Kinder in den Pausen spielen. So haben wir einen tollen Kletterbaum gefunden und kurz vor Phnom Penh gibt es eine Raststätte, die zum Teil auf Stelzen gebaut ist, so wie die restlichen Häuser drum herum – ein toller Anblick!

Ankunft in Phnom Penh

Schon bei der Anfahrt des Busses auf die Endstation hin, hat man gesehen wie sich die vielen TukTuk Fahrer in Richtung Bus bewegen. Kaum ist man am Ausgang angelangt wird man umringt und von allen Seiten bequatscht. Nach einer langen Busfahrt nicht unbedingt das, was man möchte. Wir haben mehrmals dankend abgelehnt und sind einige Straßen weiter gelaufen, um ein TukTuk zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Was wir euch unbedingt empfehlen! Man sieht euch die Erschöpfung an und das wird gnadenlos ausgenutzt. Die guten Herren sind auch schon so schlau und fragen dich erst einmal sehr freundlich wohin du denn willst und ob sie dein Gepäck tragen dürfen. Ja Ja! Um dich dann zum TukTuk zu locken, denn wenn das Gepäck erst einmal drin ist, ist man eher geneigt ja zu sagen.

kambodscha mit kindern

Doch leider hat uns unser Fahrer missverstanden, obwohl wir ihm die Adresse gezeigt haben und uns an einen falschen Ort gebracht. Ob das Absicht war wissen wir nicht. Nur dass wir darauf hin 2$ mehr bezahlen mussten um zu unserem eigentlich Hotel zu gelangen. Also aufgepasst, dass auch wirklich alles klar ist.

Unser Hotel war super, die Menschen dort sehr freundlich und nicht ausschließlich auf Profit aus. Bezahlt hatten wir bereits 😛 Man hat uns alles gezeigt und gesagt wo wir was herbekommen. Ebenso ist ein Mitarbeiter extra für uns Geld wechseln gefahren, ohne dass wir Verlust gemacht haben, was wir befürchtet hatten. Wir haben das Angebot angenommen, da wir keine Lust hatten mit den Kindern eine Geldwechselstube aufzusuchen.

Kriminalität?

Bei der ersten Fahrt durch die Stadt, fielen uns die vielen Gitter und Sicherheitsvorkehrungen an den Gebäuden auf. So ziemlich jedes Geschäft und jedes TukTuk ist mit Gittern versehen, um sich vor Diebstahl zu schützen. Da auch die Einheimischen jedem davon abraten, sich Nachts draußen aufzuhalten, haben wir uns diesen Rat ganz besonders zu Herzen genommen. Während unserem Aufenthalt ist uns aber nichts aufgefallen und auch sonst waren eigentlich alle mit denen wir zu tun hatten sehr friedlich 🙂

Leckeres Essen in Phnom Penh

Zuerst waren wir uns nicht sicher, ob wir etwas finden würden, doch dann haben wir direkt gegenüber von unserem Hotel ein tolles Restaurant gefunden. Geführt von einem sehr netten Franzosen und seiner Frau. Mit einem bezaubernden Baby, das bei unserem Besuch gerade einmal 8 Wochen alt war. Gerade die Kinder waren ganz besonders angetan und auch die herumspringenden Hunde und Katzen waren ein Highlight. Die Besitzer und auch die Besucher hat es überhaupt nicht gestört, dass sich unsere Kinder nicht der Norm entsprechend verhielten und so war das Essen gehen eher entspannt statt wie so oft anstrengend. Toll waren die vielen veganen Optionen und die Bemühungen der Mitarbeiter. Wenn ihr also einmal in Phnom Penh sein solltet, schaut unbedingt im L’Orchideé vorbei. Auf dem Bild seht ihr Aurelia im Restaurant 😀

kambodscha phnom penh

Eine Stadt zwischen Abgrund und Moderne

Wie im ganzen Land gibt es auf der einen Seite prachtvolle Gebäude, auf der anderen wiederum die typischen offenen Wellblechhütten umgeben von Müll, Müll und Müll. Leider ist auch der ganze Fluß entlang des Ufers verschmutzt und man sieht sogar Menschen mitten im Müll schwimmen/stehen. Was genau diese dort treiben war uns nicht ganz klar. Eine Fahrt mit dem Boot wollten wir daher nicht machen, so schön ist das dann nicht. Doch an der Promenade entlang ist es ganz nett. Von dort aus sieht man den Müll nicht und die von Palmen gesäumten Straßen sehen wirklich sehr schön aus. Die Killing Fields und das Museum haben wir uns gespart. Unsere Kinder sind einfach noch zu klein und wir wollten das auch nicht unbedingt sehen. Man soll ja nach vorn schauen und nicht zurück. Was uns ein wenig irritiert hat, war die riesige Waffenstatue, als wir in die Stadt hineinfuhren. Sehr groß und drumherum ein noch größerer Kreisverkehr. Lysander hat natürlich gleich nach dem wieso, weshalb und warum gefragt, auf die Antwort musste er aber noch ein wenig warten. Die Geschichte des Landes ist allgegenwärtig, man kommt kaum drumherum und so mussten wir Lysander das ein oder andere erklären, die grausamen Details ließen wir allerdings aus!

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist ziemlich groß, wobei arm wie in ganz Asien eindeutig dominiert. Das sollte euch aber nicht davon abhalten das Land und vor allem Phnom Penh einmal zu besuchen. Es gibt so viel zu entdecken und der Tourismus hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. So kann man manche Orte noch ganz entspannt genießen, ohne den großen Ansturm wie z. B. in Angkor.

Alles Liebe und gute Reise, Nadine

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