Leben im Wohnmobil – unser Alltagsablauf und unsere Routinen

Das Leben im Wohnmobil in seinen Grundzügen ist nicht besonders anders als ein “normales” Leben. Dinge wie einkaufen, den Abwasch erledigen, Wäsche waschen und am Morgen mit den Hunden spazieren gehen, muss man trotzdem. Auch wenn sich das Leben im Wohnmobil romantisch anhört, ist es das manchmal wirklich nicht. Die allgemeinen Aufgaben, sowie persönliche Höhen und Tiefen unterscheiden sich nicht groß von einem normalen Alltag.

Der Unterschied besteht darin, dass wir es machen können, wo wir wollen. Das bedeutet kochen mit Aussicht, E-Mails am Strand beantworten zu können und wenn wir ungestört sind, die Hunde hin und wieder alleine auf Tour schicken. Es bedeutet auch, unserem ganz eigenen Rhythmus folgen zu können, ohne auf gewisse Zeiten angewiesen zu sein. Die Kinder können laut sein, springen und tanzen wo auch immer sie wollen und ihre Kindheit voll und ganz auskosten. Andererseits bedeutet es auch alle 1-2 Wochen einen Waschsalon anzufahren, 1-2 Mal die Woche Wasser aufzufüllen und den Großeinkauf gut planen zu müssen.

Das Allerbeste ist jedoch, dass wir nahezu maximale Freiheit haben, in all unseren Entscheidungen. Trotzdem haben wir kein “Lotterleben”, sondern haben ein paar alltägliche Abläufe, die wir als wichtig empfinden.

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Nicht immer ist alles perfekt, aber fast

So ist es vor allem mir wichtig, dass der Abwasch immer gemacht und der Boden immer sauber ist. Lysander möchte immer ausreichend Kleidung zur Auswahl haben und Aurelia möchte zu jeder Zeit ihre Spielsachen erreichen können. So nehmen wir aufeinander Rücksicht und schauen, dass wir uns gegenseitig mit unseren Bedürfnissen wahrnehmen und unterstützen. Wenn das nicht gegeben ist – was auch einmal vorkommt – kommt es zu Spannungen und die Stimmung kippt. Ja, das passiert auch, wenn man seinen ganz eigenen Traum lebt. Es ist eben nicht immer alles perfekt, das soll es auch gar nicht sein.

Wie wir in den Morgen starten

Das kommt darauf an, wo wir sind. Stehen wir an einem Strand, wird zu allererst einmal dort gefrühstückt, bevor irgendetwas anderes gemacht wird (nachdem ich mir einen ordentlichen Kaffee gegönnt habe!). Die Kinder wollen mehr oder weniger sofort nach dem Aufstehen etwas essen, und so ist es das Erste was wir am Morgen machen – nach dem Zähneputzen, Pipi machen und Co. Dann müssen wir mit den Hunden raus. Oft können wir einfach die Tür aufmachen und die Hunde erledigen das von selbst, was ich ziemlich genial finde. Anschließend wird gespielt, manchmal bearbeite ich währenddessen ein neues YouTube Video oder schreibe einen Artikel. Das klappt aber nur, wenn die Kinder supergut gelaunt sind. Ansonsten spiele ich mit und warte, bis die beiden ausgepowert sind. Sollten sie das sein, fangen die beiden meist an zu malen, lesen oder sie widmen sich ihren Spielekisten.

In der Zeit habe ich dann das Vergnügen sauber zu machen, abzuspülen und Ordnung zu schaffen. Unangenehme Dinge wie Papierkram und ähnliche Angelegenheiten wollen auch hin und wieder bearbeitet werden. Sollte die Toilette entleert werden müssen und das Wasser aufgefüllt werden, erledigen wir das auch in dieser Zeit. Ebenso wie das Wäsche waschen und den Einkauf.

Oft überbrücken wir die Zeit, in welcher wir die Wäsche waschen mit dem Kochen oder Einkaufen, was sich hier prima anbietet, da z. B. in Frankreich, Spanien und Portugal Waschmaschinen an den Supermärkten zu finden sind.

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Dann ist auch schon wieder Mittag

Der Mittag bis zum Abend ist immer sehr gediegen. Fast jeden Tag. Nach dem Mittagessen planen wir Ausflüge, gehen noch einmal zum Strand bzw. erkunden die Umgebung in der wir uns befinden, oder sitzen gemütlich vor dem Wohnmobil. Ja das Leben im Wohnmobil kann manchmal wirklich schön sein. Jeder geht dem nach, was gerade interessant ist. Wir lesen Bücher, hören Musik oder Hörspiele im Freien, toben am Wasser und so weiter. Wir finden immer etwas Spannendes.

Wir haben keinen Fernseher

Aber dafür Laptop, Handy und Tablet. Fernseher hatten wir noch nie, das hat aufgehört, als ich 18 Jahre alt war. So kennen wir das überhaupt nicht und der Wunsch kommt auch nicht auf. Aber unsere Kinder schauen gerne Youtube, was für uns völlig in Ordnung ist. So schauen sie sich manchmal auch am Mittag (sofern es regnet, o.ä.) eine Folge Pixie TV an oder Lysander nimmt sich auch einmal die Nnteno. Für uns völlig in Ordnung, solange die beiden keine emotionale Bindung zu den Geräten aufbauen und sie von selbst wieder aus der Hand legen.

Immer alles gleich erledigen

Der Punkt ist mir auch relativ wichtig. Da man beim Leben im Wohnmobil nur ein begrenztes Platzangebot hat und Kinder nun einmal chaotisch sind, gibt es ziemlich schnell Unordnung. Daher machen wir immer alles gleich und verschieben nichts auf später. Wir haben z. B. 4 Teller und 4 Schüsseln. Sind die schmutzig und man möchte zwischendrin etwas snacken, nervt es, unmittelbar vor dem Essen spülen zu müssen. Es stapelt sich einfach viel zu schnell und das kann den Gemütszustand unglaublich absacken lassen.

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Am Abend

Der Abend läuft fast immer gleich ab. Wir stehen (meist) an einem schönen Ort, sodass die Kinder vor dem Schlafen gehen noch einmal raus gehen und die letzten Reste an Energie freilassen können. Viel zu tun gibt es nicht mehr, nachdem wir zu Abend gegessen haben, machen wir sauber, bauen das Bett auf und es wird wild auf Selbigem gespielt. Wenn die beiden dann anfangen “kuschelig” zu werden, fange ich an eine Fantasiegeschichte zu erzählen, die meine Mäuse dann in den Schlaf fallen lässt. Manchmal fallen die Augen aber auch einfach so zu.

Kommunikation ist wichtig

So sehr unterscheidet sich das Leben im Wohnmobil nicht von einem Leben im Apartment und Co, allerdings ist es wichtig, dass man ausreichend kommuniziert und die Bedürfnisse des anderen wahrnimmt. Bei so engem Zusammenleben ist das der wichtigste Punkt! Die Kommunikation muss funktionieren, sonst ist es mehr Stress als alles andere. Es ist etwas anderes, ob man nur ein paar Wochen im Wohnmobil verbringt und Urlaub macht oder ob man darin lebt. Im Urlaub ist der Rhythmus ein anderer und man ist für gewöhnlich gut gelaunt, da die beste Zeit des Jahres ansteht. Doch wenn man dauerhaft in einem Wohnmobil reist oder lebt muss man einen Weg finden, friedlich miteinander auszukommen.

Klappt nicht immer perfekt bei uns. Wir haben auch Tage, die man getrost ins Klo kippen kann, aber ich denke das ist völlig normal. Bei uns passiert genau das, wenn wir aus unserer Routine kommen. Dann drehen alle durch und wir bekommen uns in die Haare. Wir haben sehr viel Raum für Unerwartetes, doch wenn wir gerade am Abarbeiten der Tagesaufgaben sind, empfinden wir es als besonders stressig, wenn wir hier unterbrochen werden.

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in unser Leben im Wohnmobil bekommen – ich hoffe damit ein paar Fragen beantwortet haben zu können und bin offen für neue Ideen und Anregungen. Lasst uns eure Gedanken und Erfahrungen dazu gerne in einem Kommentar da.

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