Günstig Reisen | oder wie sich jeder eine Reise leisten kann!

So oft erreichen uns Fragen dazu, wie wir es uns leisten können dauerhaft zu reisen. Man möchte meinen, es braucht Unsummen um das finanzieren zu können. Zugegeben, ein Wohnmobil ist nicht die günstigste Variante um dauerhaft zu reisen, das muss unbedingt dazu gesagt werden. Früher oder später werden wir daher ohne Wohnmobil weiterreisen. Ob mit Auto und Zelt, AirBnB’s oder wie auch immer, wird sich dann zeigen.

Um auf den eigentlichen Titel zu sprechen zu kommen. Man kann auch mit geringem Einkommen reisen, ohne viel Abstriche machen zu müssen. Man muss nur wissen, was und ob man das wirklich möchte, dann findet sich für jeden ein machbarer Weg. Ich erzähle euch ein wenig aus unserem leben und wie wir das machen.

Wie gehen wir damit um?

Ist das nicht belastend, wenn man ständig die Finanzen im Auge behalten muss? Prinzipiell machen wir das gar nicht. Wir haben einfach mal mehr und mal weniger Geld zur Verfügung, doch immer so, dass wir gut leben können. Wir haben immer alles was wir brauchen und für gewöhnlich zu viel davon.

Wie machen wir das?

Das ist wohl eher der Knackpunkt. Wie kann man möglichst wenig ausgeben und doch sehr gut leben? Das Wichtigste dabei ist: Prioritäten setzen! Was ist mir wichtiger? Viel zu sehen und zu erleben oder viel zu besitzen? Was macht dich glücklicher – der neue Fernseher oder ein Trip in den Süden? Wovon hast du persönlich mehr? Von einem neuen Outfit oder vielleicht dem Städtetrip für denselben Preis?

Typische Listen erstellen oder ein Visionboard helfen ungemein weiter, auch wenn das erst einmal banal klingt. Ob es Listen über deine verfügbaren Finanzen oder die Bucketlist sein soll, ist ganz egal. Listen helfen zu fokussieren und ein Visionboard alles zu visualisieren, was man erreichen möchte. So haben wir immer Bilder unserer Destinationen und diversen Lebenszielen an unserer Wand, um das im Alltag nicht aus dem Blick zu verlieren. So hast du das stetig vor Augen, was dich härter an deinem Ziel arbeiten lässt. Du möchtest es durch die ständige Erinnerung an deiner Wand auch schneller erreichen. Ein sehr simpler Trick um dein Mindset zu verändern!

reisen

Neben den Prioritäten kann man auch verstärkt auf seine echten Bedürfnisse achten. Vieles machen und kaufen wir nur aus Gewohnheit, brauchen es aber tatsächlich nicht. Auch hier muss man alles überdenken und 3 Mal darüber sinnieren, ob das nun nötig ist oder nicht. Wichtig ist zu wissen: macht es mich glücklich oder nicht? Dabei kann es sich um so vieles handeln. Vom Coffee to go bis zum Kinobesuch. Und wenn wir einmal ehrlich sind. Die meisten Dinge, die wir uns “gönnen” halten kaum 3 Tage an, bis die Euphorie darüber wieder verflogen ist. Lohnt sich das auf Dauer?

Mehr Geld zur Verfügung zu haben, bedeutet nicht automatisch mehr ausgeben zu müssen. Ich kenne dieses Spiel nur zu gut. Früher habe ich, sobald etwas übrig blieb, unnütze Dinge gekauft, einfach weil es möglich war. Manchmal war mir auch einfach nur langweilig und das Geld übrig. Warum nicht shoppen gehen? Eine der Lieblingsbeschäftigungen aller Menschen nahezu weltweit. Man kann es aber auch niemandem übel nehmen, werden wir doch ständig überall mit kauflustig machender Werbung konfrontiert.

Längere Zeit an einem Ort verbringen, anstatt durch die Gegend zu jetten spart viel Geld. Sobald man sich mit der Umgebung vertraut gemacht hat, weiß man wo man was günstig bekommt und wie das Leben im jeweiligen Ort spielt. So kann man nicht nur viel besser in die fremde Kultur eintauchen, sondern eben auch bares Geld sparen, das dich wiederum zu deinem nächsten Ziel bringen kann.


Lokale Angebote nutzen, bzw. verstärkt darauf achten, wie die Locals ihr tägliches Leben leben. Wir sind es in Deutschland gewohnt immer alles und das überall für vergleichsweise wenig Geld zur Verfügung zu haben. Anderswo muss man sich ein bisschen mehr anstrengend, wenn man an bestimmte (gewohnte) Dinge herankommen will. Meist bezahlen wir dafür dann auch einen höheren Preis. Das Angebot ist vielleicht da, dass sich das die Locals nicht leisten können, merkt man allerdings recht schnell. Das muss heißen, dass es auch andere Lösungen gibt oder gewisse Dinge einfach nicht nötig sind. Wir schauen uns dann immer ganz genau um, sprechen mit den Locals und haben so schon für vieles günstigere Alternativen gefunden.

Ein weiterer Punkt ist das Einkaufen. Wir gehen gerne in die großen Supermärkte und machen es uns damit ziemlich einfach. Was nichts Verwerfliches ist, aber dann darf man sich auch nicht über die Preise beschweren. In Deutschland sind Supermärkte sehr günstig, anderswo wiederum nicht. Märkte sind DIE Alternative und im Ausland begrenzt sich das Angebot vielerorts nicht nur auf Lebensmittel. Auch andere Dinge, die man für das tägliche Leben braucht, bekommt man hier. Und das für einen Bruchteil des Supermarktpreises.

Limits setzen kann auch ein Mittel zum Zweck sein. Ich persönlich bin kein Fan davon, möchte es hier aber trotzdem ansprechen. Z. B. kann man sich ein Tageslimit von 10€ für das Essen setzen, oder ein monatliches Limit für diverse Aktivitäten. Da ich gerne spontan bin und nicht gerne sehr auf das Geld achte, praktizieren wir das nicht.

Selbstständiger werden! Ist gar nicht so schwer, wie man meinen möchte. Vieles kann man selbst herstellen, gerade was die Ernährung angeht. Das ist dann nicht nur gesünder, sondern auch nachhaltiger und spart auf Dauer viel Geld. Im besten Fall lernst du noch etwas dazu. Auch was das Reisen selbst angeht. Verlass dich nicht auf Agenturen. Hier gibt es meist sowieso nur das Standardprogramm. Stell dir deine Reise selbst zusammen, durchforste das Internet und mach alles auf eigene Faust. Ein kleines Beispiel: An der Algarve gibt es eine berühmte Höhle am Strand, die man “nur per Boot” für ca. 35€ erreichen kann. Beliest man sich ein wenig im Internet, stößt man früher oder später auf die Information, dass man dort (sofern eine gute Kondition vorhanden ist) auch selbst hinschwimmen kann. Eventuell mit Hilfsmitteln, doch die 35€ kann man sich sparen!

Lysander und ich haben Rom an einem Tag auf eigene Faust entdeckt, nicht einen Cent ausgegeben (ungeplant) und sind trotzdem voll auf unsere Kosten gekommen – hier geht’s zum Video:

Kleidung kaufen wir nur, wenn es wirklich nötig ist. Zudem habe ich auch vieles selbst genäht, alte Kleidung neu vernäht und so weiter. Hat etwas ein Loch, kann es vielleicht geflickt werden. Wenn es wirklich nicht mehr tragbar ist, entledigen wir uns der Kleidungsstücke natürlich. Ich selbst komme mit wenigen ausgewählten Kleidungsstücken sehr gut zurecht und kaufe seit Jahren kaum Kleidung für mich. Auch das spart viel Geld. Es kommt nicht darauf an wie wir aussehen, es kommt auf uns selbst an – wir müssen unbedingt aufhören uns über Kleidung zu definieren! Ich sehe hier ein großes Problem, doch das ist ein anderes Thema. Natürlich muss man nicht lumpig durch die Gegend laufen, trotzdem kann man hier Abstriche machen und Prioritäten setzen. Kindern ist es egal, ob ein Kleidungsstück neu oder bereits getragen wurde. Es ist ihnen egal, ob es 5 oder 50€ gekostet hat. Hier können wir viel von unseren Kindern lernen!

Man kann auch einmal seine (schlechten) Angewohnheiten überdenken. Rauchen, Alkohol, ständiges Essen gehen und so weiter. Muss das sein? Gibt es vielleicht Alternativen? Wie wäre es mit einer Tasse Tee auf dem Balkon und einem interessanten Gespräch, statt dem Drink in der lauten und überfüllten Bar? Oder ein Picknick im Grünen statt dem Restaurantbesuch? Kann man vielleicht warten, bis man den neuen Kinofilm auch ausleihen (oder online schauen) kann? Der Gedanke lässt sich auf alle Bereiche des Lebens übertragen, wenn man wirklich etwas ändern und die Welt sehen möchte. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wir gewöhnen uns wirklich an alles.

Mit Bargeld bezahlen ist eine bekannte Methode, um alles besser im Auge behalten zu können. Und es funktioniert wirklich. Blindes, sinnloses Kaufen minimiert sich tatsächlich, man hat schließlich immer den verfügbaren Betrag vor Augen. Ganz einfach und doch zahlen wir aus Bequemlichkeit meist lieber mit der Karte.

Der letzte Punkt ist vielleicht der Wichtigste. Die Perspektive anpassen, wenn du dein Ziel wirklich erreichen willst, ist fast schon unabdingbar. Dein Mindset dahingehend so verändern, dass du keine Probleme, sondern nur noch Lösungen siehst. Wir verstecken uns oft hinter diversen Hürden, von denen wir annehmen, wir könnten sie nicht (selbst) überwinden. Ein bisschen mehr Glaube an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten schadet keinesfalls und ist unglaublich wichtig. Das klingt nicht schön, ist aber so: Wenn du nicht bereit bist, etwas zu ändern, wirst du das auch nicht. Und du bleibst dort, wo du gerade bist.

Es macht allerdings auch sicherlich keinen Sinn, auf Dinge zu verzichten, auf die du gar nicht verzichten willst. Das wäre ein Arbeiten gegen dich selbst und führt wiederum auch nicht zum Ziel. Ich denke, jeder kann irgendwie seine Träume verwirklichen, wenn der Wille stark genug ist.

Das sind die Dinge, die uns ein halbwegs freies Leben ermöglicht haben. Vieles ist für uns ganz normal geworden und völlig aus unserer Welt völlig verschwunden, wie z. B. der Fernseher. Wir vermissen dabei aber nichts, das ist der Punkt. Vermisst du etwas, macht es wie oben bereits gesagt keinen Sinn. Wir haben unser Leben unserer Perspektive angepasst und nicht andersherum. Das hat es um einiges einfacher gemacht. Ich hoffe meine Tipps helfen euch weiter und würde mich freuen, wenn ihr einen Kommentar hinterlasst.

Eure Nadine

Ein Kommentar

  1. Liebe Nadine,
    toller Artikel und Du hast recht.
    Wenn ich mit mir im Reinen bin brauche ich nichts anderes. Als es mir schlechter ging, versuchte ich das auszugleichen indem ich mir etwas “gönne”. Eigentlich Quatsch.
    Aber jeder muss seine eigenen Erfahrung machen.
    Liebe Grüße
    Julia

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