Der Palast von Caserta – ein Paradies für Kinder!

Wenn man an Schlösser und Museen denkt, ist das für Kinder erst einmal oft nicht so interessant. Doch es kommt immer darauf an, wie man den Aufenthalt gestaltet. So sind meine beiden mittlerweile total Fans von allerlei kulturellen Aktivitäten. Der Palast von Caserta war so ein einschneidendes Erlebnis.

Er ist einer der größten in Europa und natürlich, wie so viele, dem Schloss von Versailles nachempfunden. Das heißt, die Anlage ist enorm und man braucht schon mindestens einen ganzen Tag, um alles zu erkunden. Nicht nur der Palast von Caserta selbst, sondern auch der zugehörige Park sind wunderschön anzusehen und es gibt sogar einiges zu entdecken.

Wer nicht lesen will, kann sich hier das Youtubevideo anschauen.

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Wir haben lediglich einen Teil des Parks erkundet, können aber ruhigen Gewissens sagen, dass man das unbedingt gemacht haben muss, sollte man sich in der Gegend von Neapel aufhalten. Von hier fahren Busse nach Caserta und man kann ganz einfach und unkompliziert einen Tagesausflug organisieren.

Parken und Eintritt in den Palast

Mit dem Wohnmobil zahlt man in einer überwachten Tiefgarage 15€ pro Tag (man kann auch übernachten), steht aber dafür direkt am Palast von Caserta. Auch mit dem Auto kann man sehr unkompliziert parken.

Jeden ersten Sonntag im Monat (Stand 2019) sind in Italien nahezu alle staatlichen Museen, Schlösser und historische Anlagen kostenfrei zugänglich. Ein Programm der Regierung, um das kulturelle Angebot attraktiver zu machen, wovon wiederum auch die Touristen profitieren. Andernfalls kosten der Palast inklusive Parkanlage 12€ pro Person.

palast von caserta

Palast von Caserta – Die Wohnungen

Nachdem man den Eingang passiert hat, kommt man mittels einer gigantischen Treppe in das obere Stockwerk. Hier befinden sich die für die Öffentlichkeit zugänglichen Räumlichkeiten und Säle, die sogenannten Wohnungen. Man bekommt sogleich einen Eindruck davon, wie pompös das Leben hier damals gewesen sein muss. Die zahlreichen in Stein gehauenen Tiere machen es den Kindern einfach, sich für das Schloss zu begeistern, schaut es von außen doch nicht ganz so glanzvoll aus.

Sobald wir die riesigen Säle betreten, stehen meinen Kindern (und auch mir!) die Münder offen. Gold, Silber, hohe Decken und die wunderschönen detaillierten Malereien reißen uns mit und zeichnen ein eindrucksvolles Bild des damaligen Lebens und Denkens. Zahlreiche Fragen kommen auf und wir diskutieren, besprechen, lesen und lassen uns eine Zeit lang von einer Führerin begleiten (die zufällig Zeit hatte, da wir fast die Einzigen am frühen Morgen waren).

Wir finden heraus, dass adelige Kinder in “Watte und Gold” gepackt wurden und wahnsinnig tolle Spielsachen hatten. Schon damals gab es eine Art Jahrmarkt, speziell für die adeligen Kinder, mit Riesenrädern, Kettenschaukeln und übergroßen Wippen. All das kann man als Modell im Palast von Caserta anschauen und sich ungefähr ausmalen, welch ein Spaß das für die kleinen Prinzen und Prinzessinnen gewesen sein muss.

Auch das Glockensystem für die Bediensteten war mehr als interessant und man kann dem Lauf der Glocken nachlaufen, um zu sehen, wo diese hinführen. Für Kinder ein großer Spaß.

Es gibt natürlich noch unzählige andere Ausstellungsstücke und alle erzählen eine ganz eigenen Geschichte, wie z. B. auch die hier ausgestellten antiken Musikinstrumente, welche am Hof für gute Laune sorgten. Gerade für Kinder sehr interessant, da Instrumente heutzutage doch ganz anders aussehen. Sogar einen der ersten Aufzüge überhaupt, kann man hier finden, ebenso wie einen “Spieleraum” mit Billardtischen und Co, für die Erwachsenen.

Alles in allem scheint das Leben hier sehr schön gewesen zu sein, zumindest hatten die Menschen genügend Freizeitaktivitäten zur Verfügung gestellt bekommen. Und wenn es drinnen zu langweilig wurde, hatte man schließlich noch einen gigantischen Park zur Verfügung.

Palast von Caserta – Der Park

Möchte man den Park betreten, muss man sich etwas weiter am nächsten Eingang anstellen und sich hier extra Tickets besorgen. Zuerst machte das für mich keinen Sinn, als ich jedoch eine Ahnung von der Größe der Parkanlage bekam, wurde mir klar, warum. Wir haben es nicht geschafft, den kompletten Park zu umrunden, dazu war einfach zu wenig Zeit.

Dennoch hatten wir einen wunderschönen Aufenthalt und haben die Nachmittagssonne hier voll ausgekostet. Der Park ist voll mit Statuen, Seen, kleinen Wasserfällen und vielem mehr (das wir nicht gesehen haben)! Die großen Fische in den Wasseranlagen haben es meinen beiden angetan und wir haben somit sehr viel Zeit am Wasser verbracht. Ständig kamen Menschen und haben den Fischen Brot hineingeworfen (nicht gut!), was meine Kinder sehr interessiert beobachtet haben.

schloss europa

Die Brunnen sind wirklich eine Sehenswürdigkeit für sich und man kann sich nur vorstellen, was für eine Arbeit das gewesen sein muss. Zauberhafte Details wie aus einem Märchen, haben die Künstler hier mit eingearbeitet und sie sind einfach nur wunderschön anzusehen. Die Fantasie wird auf jeden Fall sehr angeregt und wir sind ins Geschichtenerzählen verfallen, während wir auf der satten grünen Wiese die vorbeiziehenden Menschenscharen betrachteten.

Kleiner Tipp: So früh wie möglich hier sein! Dann habt ihr den Palast ganz für euch alleine und könnt diesen Glanz des Palastes voll auf euch wirken lassen. Alles ist ruhig und entspannt, ohne Gedrängel oder lauten Geschnatter. Gerade mit Kindern kann man sich so besser zurechtfinden und auch erklären, ohne dass stetig jemand in den Weg läuft oder unterbricht.

palast von caserta

Für uns war der Tag im Palast von Caserta eines unserer Italien-Highlights und wir würden es jederzeit wiederholen. Solltet ihr in der Gegend sein, müsst ihr unbedingt vorbeischauen und euch einen ganzen Tag dafür Zeit nehmen. Essen und Trinken könnt ihr übrigens mitnehmen und dort ein kleines Picknick im historischen Park einnehmen. Schön oder?

Was ist euer Italien Highlight und wo haltet ihr euch am liebsten auf?

Eure Nadine

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