Bambuszahnbürsten und andere Alternativen – unsere nachhaltige Mundhygiene

Bambuszahnbürsten und andere Alternativen – unsere nachhaltige Mundhygiene

Wer uns kennt weiß, dass wir schon seit Jahren nur alternative Pflegeprodukte verwenden. So natürlich auch wenn es um die Mundhygiene geht. Bambuszahnbürsten waren hier von Anfang an das Mittel zum Zweck und sie werden von allen dankend angenommen.

Noch nie hatten meine Kinder Kunststoff im Mund und das soll auch weiterhin so bleiben. Auch wenn es tatsächlich kaum eine echte nachhaltige Alternative gibt! Denn auch die Bambuszahnbürste ist nicht ganz so nachhaltig wie ihr Ruf. Wieso, weshalb und warum, will ich hier einmal näher erklären. Ebenso, warum wir sie trotzdem noch immer verwenden.

Bambuszahnbürsten gar nicht nachhaltig?

Prinzipiell sind die Bambuszahnbürsten nachhaltiger als viele andere “nachhaltige” Produkte auf dem Markt. Einzig der Miswakzweig ist für mich eine echte nachhaltige Alternative.

Hier das Video zum Miswak auf YouTube:

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Natürlich arbeiten die Hersteller der Bambuszahnbürsten hart daran, alles so nachhaltig wie möglich zu gestalten, doch das ist nicht immer möglich und da wird der Verbraucher meiner Meinung nach ganz schön hinter’s Licht geführt. Nichts gegen die guten Absichten – wir verwenden die Bambuszahnbürsten ja auch! – doch mehr Transparenz fände ich an der Stelle schön.

Das Problem sind die Borsten. Bisher gibt es nicht einen einzigen Hersteller, der tatsächlich nachhaltige Borsten produzieren kann. Bis 2016 wurde hauptsächlich biologisch abbaubares Nylon -4 verwendet. Mittlerweile nicht mehr möglich, da es keine Hersteller mehr gibt und die, die es gab, alle unseriös waren. Daher auch der Umschwung ALLER Bambuszahnbürsten Hersteller auf gewöhnliches Nylon (z. B. Nylon-6) oder Bambus Viskose.

Nylon und Bambusviskose

Beides keine nachhaltige Lösung, doch das Einzige, das im Moment an die Ansprüche der Hersteller herankommt. Beides sind Kunststoffe und nicht biologisch abbaubar, geschweige denn kompostierbar. Bambusviskose hört sich erste einmal ganz gut an, doch im Grunde genommen ist es genauso wie Nylon-6 ein Kunststoff. Bei dem Herstellungsprozess der Bambusviskose wird das Ursprungsmaterial in dem Bearbeitungsprozess so sehr verändert, dass nichts Natürliches mehr übrig bleibt.

Um seine Bambuszahnbürsten zu entsorgen, muss man also die Köpfe entfernen und getrennt entsorgen!

Bambus als Material, gibt es nichts nachhaltigeres?

Bambuszahnbürsten haben aus gutem Grund einen Griff aus Bambus. Man kann natürlich kritisieren, dass der Bambus aus China importiert wird. Doch hat schon einmal jemand die Hersteller gewöhnlicher Kunststoffzahnbürsten kritisiert? Wo kommt das Material her? Wo werden sie überhaupt hergestellt und wie kommen sie in unsere Supermärkte?

Andernfalls ist Bambus nun einmal eine sehr schnell wachsenden Pflanze und am meisten in China vertreten. Warum also nicht? Ich weiß nichts über die Hintergründe der Bambusproduktion in China, denke aber, dass es im Moment eine gute Lösung ist. Vielleicht könnte man Bambus auch in unseren Breitengraden anbauen? Heimische Hölzer zu nutzen fände ich weniger nachhaltig, als Bambus aus China zu importieren. Wir haben erstens lange nicht so viel Platz, Bambus könnte unser (das was davon übrig ist) Ökosystem durcheinanderbringen und wir haben den Großteil unseres Holzvorkommens bereits anderweitig verschwendet. Daher empfinde ich Bambus aus China als eine annehmbare Lösung.

bambuszahnbürsten für kinder

Bambuszahnbürsten eine ökologische Alternative

Bambuszahnbürsten sind derzeit die wohl am ökologischste Alternative, nach dem Miswak. Der Miswak ist allerdings für Kinder eher ungeeignet, da die Anwendung geübt werden muss. Auch wenn keine perfekten nachhaltigen Bambuszahnbürsten existieren, sind sie doch eine ökologisch sinnvolle Alternative, die man beim Umstieg in Betracht ziehen kann. Besser als pure Kunststoffzahnbürsten allemal! Zudem strengen sich viele Hersteller sehr an, um die Bambuszahnbürsten in Zukunft noch nachhaltiger zu produzieren. Und wer weiß, vielleicht gibt es in naher Zukunft bald eine echte kompostierbare Zahnbürste.

Wir verwenden sie jedenfalls weiter und testen uns seit Jahren durch verschiedene Hersteller. Meine Kinder mögen die Bamboo Toothbrush (hier der Link) und ich selbst nutze gerne die Hydrophil (hier der Link), wenn ich nicht mit dem Miswak putze. Mittlerweile bin ich da sehr geübt und mache das oft einfach nebenher.

Aber Bambus ist doch für Pandas!

Nicht der Bambus, aus dem die Bambuszahnbürsten hergestellt werden! Der Moso Bambus ist für die Pandas zum Glück unbrauchbar und so gar nicht schmackhaft. Sonst hätten wir wohl große Probleme damit, wenn wir den Pandas für unsere Mundhygiene das Essen wegnehmen würden.

Auch gut: Es werden beim Anbau von Bambus keinerlei Pestizide oder Düngemittel benötigt. Erst einmal macht das die Produktion günstiger und zweitens sind wir keinen schädlichen Stoffen beim Zähneputzen ausgesetzt, wie das bei Zahnbürsten aus Kunststoff der Fall ist.

Gesundheitsgefährdende Kunststoffzahnbürste

Gefährliche Weichmacher und andere giftige Stoffe sollte man unter keinen Umständen unterschätzen! Ja, man sieht und merkt nichts, auch wenn man jahrelang mit einer Kunststoffzahnbürste geputzt hat. Very tricky! Ich gehe einmal nicht auf jeden einzelnen giftigen Stoff ein, möchte aber ein paar grundsätzliche Dinge sagen. Natürlich merkt man davon nichts, das wäre schlecht für’s Geschäft und die Hersteller würden etwas anderes einsetzten. Die Schäden von unserem allgemein schlechten Lebensstil bekommen wir erst im Alter zu spüren.

Es nervt mich mittlerweile schon zu hören: Ich bin gesund und mache weiter so, weil ich ja nichts davon spüre. Man sieht es doch bereits an der ersten Platikgeneration! Man kann die Schäden doch bereits nachweisen und auch unzählige Studien zur Gesundheitsgefährdung durch verschiedene Kunststoffarten sollten aufrütteln. Warum schauen noch immer so viele Menschen weg?

Nachteile der Bambuszahnbürsten

Ja, die Bambuszahnbürste hat noch ein paar mehr Nachteile. An den holzigen Geschmack im Mund muss sich mancher erst einmal gewöhnen. Ich kann euch aber versprechen, dass das sehr schnell geht. Zudem kann sich die Bambuszahnbürste verfärben, je nachdem welche Zahncreme man verwendet. Wir machen unsere selbst, teilweise mit Kurkuma, da ist der Kopf dann eben gelb. Stört mich allerdings so rein gar nicht. Das war es auch schon.

Zusammengefasst

Zusammengefasst und abgewägt, sind Bambuszahnbürsten im Moment eine sehr gute Alternative zur Kunststoffzahnbürste und wir werden sie weiterhin nutzen, auch wenn nicht alles Gold ist was glänzt. Für mich absolut in Ordnung, wenn es im Moment nicht anders geht. Ich bin zuversichtlich und glaube fest daran, dass ein paar schlaue Köpfe in Zukunft eine absolut kompostierbare Zahnbürste erfinden.

Was nutzt ihr so und vor allem warum? Schreibt mir doch einen Kommentar! Und wenn ihr hier mehr wisst als ich, freue ich mich immer über eine Nachricht, die mich eventuell eines Besseren belehrt.

Bambuszahnbürsten auf Reisen – bekommt man die überall?

Mittlerweile ist die Welt so sehr zusammengewachsen, dass wir noch nie Probleme hatten, an unsere Bambuszahnbürsten zu kommen. Auch im Ausland werden sie verkauft, in arabischen Ländern findet man auch den Miswak. Es geht also auch unterwegs nachhaltig und wenn alle Stricke reißen, gibt es noch Amazon, die fast überall hin liefern.

Eure Nadine

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